Tschüssikowski WDR 4

Da es hier auf UKW keinen Sender gibt der von der Musikrichtung her was für meine Mutter ist, habe ich sie mit Musikaufnahmen von anderen Sendern versorgt.  Da inzwischen wohl jeder Sender auch via Internet zu hören ist, kann man den Stream auch aufnehmen. Die meisten Aufnahmen entstehen bei mir über den Dienst Phonostar.

Der Sender bei dem die meisten Aufnahmen entstanden sind war bisher WDR 4. Da gab es am Abend Sendungen mit den verschiedensten Musikrichtungen unter der Rubrik „WDR 4 für Liebhaber“.

Wie gesagt, das ist Vergangenheit. Mit einer neuen „Reform“ des Programms hat man die ganzen Sendungen eliminiert.

Die Aufnahmeserie „Schallplattenbar“ wird aus Phonostar gelöscht.

Eine, oder besser die für meine Mutter am häufigsten aufgenommenen Sendungen war die Schallplattenbar, eine Sendung die derart einzigartig war. So etwas passt nicht zum „neuen WDR 4“ wo praktisch nur noch englischsprachige Musik gespielt wird. In der Schallplattenbar war der Deutschanteil zu hoch.

Am vergangenen Sonntag war da nun Schluss und auch bei mir hieß es nun die Aufnahmeserie in Phonostar löschen. Was bleibt ist „Fast vergessen!“ beim Schlagerparadies (Dienstags von 20-22 Uhr). Da gab es schon viele Titel zu hören die auch in der Schallplattenbar zu hören waren und andere. Aber Vorsicht, für Leute die eine Allergie gegen deutschsprachige Musik haben ist das nichts. Da gibt es eine ganze Menge Leute die sich über deutschsprachige Musik aufregen, auf diese Leute scheinen die Sender zu hören. Es gibt im Radioforum eine gute Diskussion über WDR 4 bei der es auf den letzten Seiten um die aktuelle Entwicklung geht.

Inzwischen werden noch andere Sendungen von anderen Sendern aufgenommen. WDR 4 jedenfalls hat sich verabschiedet und das sicher nicht nur für mich. Dafür gewinnen die nun bei den Leuten die sich über deutschsprachige Musik aufregen neue Hörer dazu. Jeder so wie er mag.

Vielen Dank für das Vorbeischauen, euer

Das Leben ist eine App

Wie komme ich mir heutzutage bloß vor. Ich habe immer noch kein Smartphone und sehe die Leute, sei es in der Bahn, beim Warten an der Ampel oder auch beim Gehen die ständig nur auf ihr Smartphone schauen und darauf herum wischen. Gerade beim Gehen ist das so eine Sache, ist man da doch abgelenkt und tritt vielleicht in ein Loch oder auf ein Hindernis welches man normalerweise gesehen hätte.

So ein Smartphone oder auch ein Tablet muss ja was tolles sein. Für alles gibt es da mindestens eine App. Ja ist denn sogar das eigene Leben nur noch eine App? Eine App die mit der Geburt gestartet wird, bei der sich dann zeigt ob sie zu viele Fehler enthält und es dann auf eine schiefe Bahn gerät.

Das Leben ist eine App, so kommt es mir heute manchmal vor wenn ich sehe wie vernetzt alles ist. Wenn die App normal funktioniert so wie sie es soll, dann ist der Rechner in dem sie ausgeführt wird nichts weiter als ein Hamsterrad in dem jeder strampelt, bis er dann vielleicht eines Tages noch ein paar Krümel als Rente bekommt.

Ist es denn tatsächlich eine App das Leben? Eine App die einmal beendet wird aber nicht wieder neu gestartet werden kann, weil sie mit ihrem Ende gelöscht wurde, jedoch viele Spuren hinterlassen hat und so im Netz so schnell nicht vergessen wird. Ja eine App ist es, wenn man keinen Moment ohne App und ohne Netz sein kann.

Ich bin gerne draußen unterwegs beispielsweise per Rad. Da ich kein Smartphone habe sondern lediglich zur Sicherheit ein Mobiltelefon das einzig zum Telefonieren geeignet ist, gibt es unterwegs kein Netz. Das Leben ist da keine App und wer am liebsten nur noch auf sein Smartphone schaut, für den wird draußen unterwegs sein, ganz ohne Netz eine langweilige Hölle sein. Natur, was ist das? Zwitschern von Vögeln statt Zwitschern auf dem Bildschirm, so was ödes.

Was passiert bloß wenn das Netz mal ausfällt und keine App mehr funktioniert? Die Natur draußen funktioniert auch dann noch.