Was aus meinen Kindheitsträumen geworden ist

Bei Nanny Anny findet aktuell eine Blogparade mit der Frage „Was wurde aus Deinen Kindheitsträumen?“ statt. Ein interessantes Thema zu dem ich auch einiges schreiben kann.

Kindheitsträume, hat die nicht jeder mal gehabt. Meist geht es da um den beruflichen Werdegang, aber auch um private Ziele von deren Erreichen man als Kind geträumt hat.

Hatte ich Kindheitsträume, ja – die bezogen sich tatsächlich auf den beruflichen Weg. Als die Träume begannen war ich kein Kleinkind mehr sondern bereits in der Schule. Es gab da Fächer die mir sehr gut lagen womit ich so eine Art Exot in der Klasse war. Denn die Fächer die meine Zeugnisse schmückten mit den schönsten Noten, das waren solche Fächer wie Physik, Chemie und Biologie. Folglich gab es da Träume von einem beruflichen Weg in diese Richtung.

Das sollten dann aber Träume bleiben, eine Tätigkeit als Assistent oder Laborant war jedenfalls für mich aus verschiedenen Gründen nicht möglich und auch nicht der Kindheitstraum. Als ich dann nach der Realschule auf dem Aufbaugymnasium war und ich meine großen Sorgen mit der Mathematik hatte, da stand fest das eben wegen der Mathematik ein Studium der Fächer die mir auf der Realschule am besten lagen nicht möglich sein wird. Damit war dieser Kindheitstraum erledigt.

So blieb dann noch der andere Kindheitstraum. Beruflich ein gutes Auskommen haben, dann eben im Büro. Aber auch dieser Kindheitstraum erfüllte sich eher bei meinen damaligen Mitschülern als bei mir. Während meine Mitschüler am Ende der Schulzeit mit wenigen Bewerbungen Zusagen zu Ausbildungsplätzen bei Banken, Sparkasse, Versicherungen und anderen attraktiven Branchen bekamen und dort zum Teil auch heute noch sind und nie arbeitslos waren, schrieb ich Bewerbung um Bewerbung. Die Ausbildungen die ich gerne machen wollte, die meinen Kindheitstraum erfüllen würden, die waren unerreichbar, da hatte ich keinen Zugang zu. Ich kam am Ende dann doch noch zu einer anderen kaufmännischen Ausbildung, aber es war eben nicht das was ich eigentlich wollte.

Also war auch dieser Kindheitstraum erledigt. Das Erwachen kam als ich mich dann gleich am Tag nach der Abschlussprüfung arbeitslos melden musste. Es wurde niemand übernommen. Vom arbeitslos sein und befristeten Beschäftigungen für mitunter nur einen Monat, später dann unbefristeter Arbeit mit niedrigem Einkommen und somit immer wenig Geld, habe ich als Kind jedenfalls nicht geträumt.

Ich bin somit einer, der zwar Kindheitsträume hatte die sich jedoch alle nicht erfüllt sondern in Luft aufgelöst haben. Weitere Kindheitsträume habe ich jedenfalls nicht gehabt.

Vielen Dank für das Vorbeischauen, euer

Der letzte Tag

Bei Nicole von Bewusst Glücklich läuft derzeit eine Blogparade zum Thema „Was wenn morgen Dein letzter Tag wäre?„. Es geht darum, dass man sich Gedanken macht, wie man seinen letzten Tag im Leben verbringen will oder wie man sich diesen vorstellt.

Zugegeben das ist eigentlich eher ein Thema für den November, wo bei oft eher grauem Himmel der Totensonntag auf dem Kalender steht, jetzt zum Ende des Frühlings beim immer noch recht frischen Grün ist es nicht ganz so passend. Aber auch jetzt kann man sich mal diese Gedanken machen.

Wie stelle ich mir nun meinen letzten Tag im Leben vor. Ist es überhaupt möglich vorher genau zu wissen wann einem die Stunde geschlagen hat, welcher Tag nun der letzte ist.  Wenn man das nicht vorweg ahnen kann, dann könnte es passieren, dass dieser letzte Tag überhaupt kein besonderer Tag sein wird. Es wird an diesem Tag dann irgendwann einfach Schluss sein und bis dahin ein Tag wie jeder andere gewesen sein.

Ich vermute mal, das man das wohl vorweg ahnen kann. Meine Hoffnung ist die, dass ich nicht zu denen gehöre die irgendwann einmal auf diesen Tag warten weil sie eine Krankheit haben, gegen die unsere tolle hochtechnisierte Medizin immer noch machtlos ist, wenn diese Krankheit erst in einem weit fortgeschrittenen Zustand diagnostiziert wurde. Dann wurde man vielleicht mit giftigen Medikamenten behandelt die furchtbare Nebenwirkungen haben, man wurde vielleicht sogar mehrmals operiert und gebracht hat es höchstens ein paar Monate zusätzlich und das dann mit eben diesen Nebenwirkungen. In so einen Fall würde ich mich einfach nur auf den letzten Tag freuen, sofern ich dass noch bewusst kann und nicht schon vorher irgendwie weggetreten bin. Es ist dann einfach eine Erlösung.

Es bleibt nun noch die Möglichkeit über, dass ich auch ohne Erkrankung irgendwie spüre morgen ist mein letzter Tag, es geht einfach zu Ende. Sofern ich dann noch irgendwie nahe Angehörige habe, wäre ich an dem Tag dann gerne mit eben diesen zusammen. Da kann ich dann noch mal ein paar schöne Stunden gemeinsam erleben. Es soll dann einfach noch mal ein lieber Tag werden, vielleicht mit netten Gesprächen über früher. Genaue Pläne für die Gestaltung dieses Tages habe ich jedenfalls nicht.

Ich möchte auch nicht ausschließen, dass der letzte Tag für mich sogar einen gewissen Reiz hätte. Denn die Antwort auf die Frage was danach kommt wäre dann endlich möglich. Kommt da das große Nichts was so wäre wie Schlafen ohne Traum nur dann für immer, oder gibt es ein Jenseits beispielsweise so ähnlich wie in Berichten über Nahtoderfahrungen beschrieben. Dann weiß ich es, kann nur niemandem davon erzählen. Es ist eine Frage die jeder erst beantwortet bekommt, wenn er selbst dran ist.

Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so daß man fast drauf gehen kann,
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stößt er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
und titscher – titscher – titscher – dirr …
Heißa, du lustiger Kieselstein!
Er zwitschert wie ein Vögelein
und tut als wie ein Schwälblein fliegen –
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

Christian Morgenstern


Ein Gedicht zum Winter der nach dem Kalender bereits begonnen hat, draußen allerdings bei Regen und kräftigen Böen noch nicht zu spüren ist.

Das Leben ist eine App

Wie komme ich mir heutzutage bloß vor. Ich habe immer noch kein Smartphone und sehe die Leute, sei es in der Bahn, beim Warten an der Ampel oder auch beim Gehen die ständig nur auf ihr Smartphone schauen und darauf herum wischen. Gerade beim Gehen ist das so eine Sache, ist man da doch abgelenkt und tritt vielleicht in ein Loch oder auf ein Hindernis welches man normalerweise gesehen hätte.

So ein Smartphone oder auch ein Tablet muss ja was tolles sein. Für alles gibt es da mindestens eine App. Ja ist denn sogar das eigene Leben nur noch eine App? Eine App die mit der Geburt gestartet wird, bei der sich dann zeigt ob sie zu viele Fehler enthält und es dann auf eine schiefe Bahn gerät.

Das Leben ist eine App, so kommt es mir heute manchmal vor wenn ich sehe wie vernetzt alles ist. Wenn die App normal funktioniert so wie sie es soll, dann ist der Rechner in dem sie ausgeführt wird nichts weiter als ein Hamsterrad in dem jeder strampelt, bis er dann vielleicht eines Tages noch ein paar Krümel als Rente bekommt.

Ist es denn tatsächlich eine App das Leben? Eine App die einmal beendet wird aber nicht wieder neu gestartet werden kann, weil sie mit ihrem Ende gelöscht wurde, jedoch viele Spuren hinterlassen hat und so im Netz so schnell nicht vergessen wird. Ja eine App ist es, wenn man keinen Moment ohne App und ohne Netz sein kann.

Ich bin gerne draußen unterwegs beispielsweise per Rad. Da ich kein Smartphone habe sondern lediglich zur Sicherheit ein Mobiltelefon das einzig zum Telefonieren geeignet ist, gibt es unterwegs kein Netz. Das Leben ist da keine App und wer am liebsten nur noch auf sein Smartphone schaut, für den wird draußen unterwegs sein, ganz ohne Netz eine langweilige Hölle sein. Natur, was ist das? Zwitschern von Vögeln statt Zwitschern auf dem Bildschirm, so was ödes.

Was passiert bloß wenn das Netz mal ausfällt und keine App mehr funktioniert? Die Natur draußen funktioniert auch dann noch.

Schaum

Heute hatte ich beim Duschen Schaum und es gibt auch so manches Getränk mit Schaum. An den Schaum, von dem der heutige Wikipedia-Zufallsartikel der als Startseite im Browser erschienen ist, handelt denkt man eher nicht.

Quantenschaum ist ein Begriff aus der Physik, der bildhaft beschreibt, was passiert, wenn man die zwei großen Theorien der Physik, die Quantenfeldtheorie und die allgemeine Relativitätstheorie, auf einem extrem kleinen Maßstab von 10–35 Metern (so genannte Planck-Länge) anwendet. Hier würden permanent kleine Blasen in der Raumzeit entstehen und wieder zusammenfallen. John Archibald Wheeler gab diesem Phänomen 1955 den zuerst salopp gemeinten Namen Quantenschaum, der später Einzug in die Fachliteratur fand (engl. Quantum foam oder auch Spacetime foam).

Das ist Schaum den man sich wohl nicht so einfach vorstellen kann.